Der größte Denkfehler unserer Wirtschaft: Alles muss effizient sein
Wir haben unsere Wirtschaft auf Effizienz getrimmt: Kapital muss arbeiten, Lagerbestände müssen sinken, Lieferketten werden optimiert, Portfolios auf Rendite getrimmt und Reserven gelten schnell als unproduktiv.
Aber was passiert, wenn genau diese Effizienz ein System fragil macht?
In diesem Video gehe ich einem Gedanken nach, der unserem klassischen ökonomischen Denken widerspricht: Vielleicht sind Reserven, Redundanz und scheinbar „unproduktives“ Kapital keine Verschwendung, sondern eine Form von Vermögen.
Die Natur kennt dieses Prinzip längst. Sie arbeitet mit Puffern, Reserven und Redundanzen. In der Finanzwelt versuchen wir dagegen häufig, genau diese Ineffizienzen herauszuoptimieren.
Die Finanzkrise 2008 hat gezeigt, wohin das führen kann. Was für den einzelnen Marktteilnehmer rational und effizient erscheint, kann auf Systemebene plötzlich Instabilität erzeugen.
Ich spreche im Video über die Arbeiten von Andrew Haldane und Robert May zu Finanzsystemen und ökologischen Netzwerken, über Hyman Minsky, Nassim Nicholas Taleb und einen Gedanken, der meine Sicht auf Vermögen stark beeinflusst:
Wir können die Kosten einer Reserve ziemlich genau berechnen. Ihren Wert im Ausnahmezustand kaum.
Und genau hier wird auch Gold interessant. Physisches Gold produziert keinen Cashflow, zahlt keine Dividende und keinen Zins. Aus klassischer Sicht ist es geradezu ineffizient. Gleichzeitig ist es keine Forderung gegenüber einer Bank, einem Unternehmen oder einem Staat.
Vielleicht müssen wir deshalb neben einer Ökonomie der Effizienz wieder stärker über eine Ökonomie des Überlebens nachdenken.
Denn nicht jeder Euro muss arbeiten. Einige sollten einfach nur da sein, wenn die anderen nicht mehr arbeiten können.
Im Video beziehe ich mich außerdem auf unsere wissenschaftliche Studie:
„Struktur und Stabilität des modernen Währungs- und Finanzsystems: Risiken, Grenzen und Reformoptionen“
Ronny Wagner, CEFA & Prof. Dr. Martin Užík
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